Review - ROCK - COUNTRY - SCHLAGER-FESTIVAL Schupfart

 

SCHUPFART
26. - 28. September 2003

Ein fester Bestandteil des Schupfarter Dorflebens ist seit 21 Jahren das Festivalwochenende im September. Nicht nur an diesen drei Tagen sind alle Einwohner des 600 Seelen Dorfes in der nähe von Frick voll mit dem Mega-Ereignis beschäftigt. Zwischen der Rock-Pop-Night am Freitag und dem Volkstümlichen am Sonntag geht jeweils am Samstag zur Prime Time das Country Festival über die Bühne. Und auch dieses Jahr kamen sie: 4000 Festschwestern und –brüder besiedelten das riesige Festzelt direkt neben dem Rollfeld des Flugplatzes. Sie kamen um John Brack, Gunter Gabriel, Truck Stop, Radney Foster, Heather Myles und Danni Leigh zu hören und sehen. Letztere drei segelten unter dem Namen „Western Beat Show“ von Billy Block.

Eröffnet wurden die musikalischen Vorführungen von unserer nationalen Grösse John Brack und der JB-Band. Ihre Aufgabe war es, den Leuten die Feststimmung einzuhauchen, wenn das nicht schon die Pommes, Gorengs, Spare Rips oder Satay-Spiesse gemacht hatten. John und seine Jungs boten eine abwechslungsreiche Show und konnten viele Besucher zum Mitsingen, Mitklatschen und Tanzen bewegen. Nicht nur einmal hörte ich anerkennende Worte zu John Bracks Vielseitigkeit.

Mit Gunter Gabriel trat der deutsche Showblock in Aktion. Er sang vor allem seine bekannten Hits aus vergangenen Tagen und überschattete seine Musiker mit seinen Geschichten von und übers Arbeitervolk. Gunter begeisterte seine Fans wobei aber anzunehmen ist, dass er an diesem nicht viele neue finden konnte.

   
Danni Leigh und Heather Myles Backstage
Die nächste Band war für eine Mehrzahl der Besucher der Hauptgrund für ihre Fahrt nach Schupfart. Zum 16. Mal standen die Truck Stop auf der Bühne. Jedes Ansinnen diese Band einmal nicht nach Schupfart einzuladen wäre wahrscheinlich fatal. Wegen diesen Friesen kommen die Leute, deren Lieder kennen sie, sie wecken die Erinnerungen an frühere Festivals. Und das gefällt natürlich auch der Band. In einem zweistündigen Konzert leuchteten sie alles Ecken der Country- und Truckermusik aus und überzeugten sowohl in deutsch als auch englisch gesungenen Liedern. Die Feststimmung fand ihren Höhepunkt und wer nicht auf den Bänken stand musste sich mit einer Audio-Show begnügen. Es wurde getanzt, gejohlt, getrunken und geklatscht. Genau so, wie sich wahrscheinlich die Organisatoren sich das gewünscht hatten. Es war eine riesige Counntryparty, so wie es keine zweite in der Schweiz gibt. Phänomenal, wie man so etwas in einem so kleinen Dorf organisieren kann. Yvonne Müller, die OK-Präsidentin meint dazu: „Wir hatten uns überlegt, ob wir das Zelt noch etwas vergrössern könnten. Aber wegen dem während des Festivals im Betrieb stehenden Flugfeldes und den Zufahrten und Gebäuden ging es einfach nicht.“ Laut Yvonne beschäftigt das Festival ca. 400 Helfer. „Sie kommen aus dem Dorf, aus der Umgebung oder sind Fans, die schon seit Jahren auf dem Zeltplatz übernachten und vor dem Festival helfen.“
Heather Myles

 

Danni Leigh
 

Nach dem Höhepunkt mit den Truck Stop räumten einige ihre Sitze und die hardcore, amiorientierten Country-Fans konnten etwas näher rücken. Radney Foster eröffnete die Billy Block Show und überzeugte vom Start weg durch satten Sound und erstklassigen Gesang. Seine Lieder waren kaum jemandem bekannt und so hatte er es schwer, Begeisterungsstürme auszulösen. Er bot eine gute, professionelle Show ohne Wenn und Aber.

Mit einem ganzen Set an bekannten Liedern konnte Heather Myles aufwarten. Mit twangy Honky Tonk, Rock’n’Roll und Balladen vom Besten fand sie viel Resonanz im Publikum. Heather ist eine jener Musikerinnen die zu Country für die Country Industrie sind, aber bei uns sehr gut ankommen. Zum Glück ist unser Geschmack noch etwas traditioneller als in den Staaten.

Aus einer ähnlichen musikalischen Ecke kam der weibliche Dwight Yoakam, Danni Leigh. Auch ihre Lieder waren im Publikum bekannt und sie konnte sowohl durch ihre Ausstrahlung, ihre Bewegungen auf der Bühne und ihren Gesang überzeugen. Leider hatten aber die Musiker der Billy Block Band gerade bei den Liedern von Danni teilweise etwas Mühe. „If the Jukebox took teardrops“ wurde ziemlich vermasselt und einige Gitarrensoli kamen nicht so raus, wie sie sein sollten. Besonders gefallen hat mir auch der Song „Can't Build of Better Love“ aus der Feder von Duane Jarvis, den wir ja letzten November am Clubabend hatten.

Schupfart bietet ein eindrückliches Fest, das den Namen verdient. Obwohl dieses Jahr sicher die deutsche Country Musik dominierte, haben die Veranstalter trotzdem den Mut erstklassige, ursprüngliche Country-Musik aus den USA mit ins Programm aufzunehmen. Danke!

 

 

Bericht und Fotos (ausser jenes, auf dem ich selbst drauf bin) Arthur Furrer

Billy Block (Begleitbandleader), Jrène Küng, Iris Huggler
(beide Truckerfestival Interlaken)
 
Arthur Furrer, Danni Leigh, Werner Büchi

 

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