Review - Klewenalp 2006

 

 

12. Country Alpen Open-Air Klewenalp, 21.-23. Juli 2006

 

Zum zwölften Mal luden die Organisatoren des Alpen Open-Airs auf die Kleiwenalp, oberhalb Beckenried zum Country Happening ein. Für viele Besucher ist dieses Wochenende jedes Jahr fest reserviert. Ein Ausflug in die Berge, Country Freunde treffen, Musik hören, tanzen; all das sind Goodies, die die Leute auf den Berg locken.

Neben einem vielseitigen Musikprogramm bietet das Festival immer auch andere zusätzliche Unterhaltungselemente. Dieses Jahr organisierte der Programmmacher P.J. Dell den zweiten "Country Music Star" Talent Wettbewerb. Wer 13 Jahre alt ist und insgeheim hofft, ein Karriere in der Country Musik zu machen, kann hier vor grösserem Publikum sein Talent beweisen.

Ebenfalls am Samstag Nachmittag standen Linedance Shows und ein Linedance Workshop auf dem Programm. Der Linedance Club "Rising Moon" zeigte zwei Shows und der Clubchef Marcel Rohrer instruierte den vielen Interessierten den einfachen Line Dance Fire 'N' Water. Das machte vielen Neulingen und geübteren Tänzern Spass.

Durch das Programm führte am Samstag und Sonntag charmant Nina Havel. Sie zeigte sich in verschiedenen sehr passenden Country-Outfits und führte kompetent und unterhaltend durchs Programm.

 
Freitag, 21. Juli


20:00-21:30 Dusty Boots (CH)
22.00-23:30 Moot Davis (USA)
00:00-01:30 Rubbernecks (CH)

im Saloon Nonstop R&J

 
Dusty Boots
 

Dusty Boots

Musikalisch machte die Gruppe Dusty Boots am Freitag Abend um 20:00 den Auftakt. Die innerschweizer Gruppe hatte eine Art Heimspiel und bot ein vielseitiges, rockiges Programm.

Alex Gwerder

der Gruppe

Dusty Boots

 
Moot Davis
 

Pete Anderson

Ein musikalischer Höhepunkt des Festivals war bereits die zweite Gruppe. Moot Davis ist ein Musiker aus Kalifornien, der mit gleich mit seinem Produzenten Pete Anderson in der Band auftrat. Die Musik von Moot Davis ist sehr traditionell, ohne verstaubt zu wirken. Es ist eine Art Rockabilly - Honky Tonk mit einem unverkennbaren Gitarrensound von Pete.

Die beiden tourten letztes Jahr intensiv in den USA und sind jetzt auf der ersten Europatournee. Und hierher wollen sie auch immer wieder kommen, verriet uns Pete im On-Stage-Interview.

Moot Davis

   
Samstag, 23. Juli

11:30-13:00 Desert Rose (CH)
13:30-14:45 Linedance Shows und Workshops
15:00-16:30 Country Music Star Talent Wettbewerb
17:00-18:30 Key West Selection (CH)
20:00-21:30 Possum Pie (CH)
22:00-23:30 Mark Chesnutt (USA)
23:30-01:00 Marc And The Boiled Crawfish (CH)

im Saloon Rhythm Train (CH)

   

Am Samstag machte die Band Desert Rose den Auftakt. Die Ränge der natürlich geformten Grastribüne waren noch nicht ganz voll, aber so nach und nach trudelte das Volk ein. Die Show startete mit etwas Verspätung, da die Band vom Abend zuerst noch Soundcheck machen musste.

   
Desert Rose (CH)
   

Desert Rose mit Leadsängerin Daniela Hunziker

Desert Rose in Action

   
Rising Moon Linedance Show & Linedance Workshop
   

Nach Desert Rose war die erste Line Dance Show angesagt.

Nina Havel und der Linedance Workshop-Lehrer Marcel Rohrer

In der 2. Show der Rising Moon zeigten vier Mädchen, wie sie die Musik mit ihrem Tanz interpretieren. Wie an einer Meisterschaft zeigen sie in unterschiedlichen Köstümen die Aufmerksamkeit des Publikums zu erringen versuchen. Das war Line Dance auf höchstem Nivieau, was die Mädchen auch mit sehr guten Rängen an internationalen Tanzmeisterschaften unter Beweis gestellt hatten.

 

 
Bei den beiden nächsten Bands, der Key West Selection und Possum Pie spielte das Wetter nicht mehr mit. Wolkenbruchartig prasste der Regen nieder und die Zuschauer verdrückten sich im Festzelt. In einer organisatiorischen Höchstleistung wurden Teile der Musikanlage ins Zelt versetzt und zusätliche Festbänke aufgestellt. In einem vollen Zelt machten die Bands mit einem leicht verkürzten Auftritt gute Stimmung. Doch das Volk wollte wieder raus ins "Open-Air" und das wurde wegen dem nachlassenden Regen auch möglich. Mark Chesnutt, den Hauptact, wollten alle wieder auf der Hauptbühne sehen.
   
Mark Chesnutt (USA)
   

Mit Mark Chesnutt gelang es den Programmmachern der Klewenalp einen absoluten Superstar zu präsentieren. Zwar hat Mark zur Zeit keinen Vertrag bei einer grossen Musikfirma, aber mit seinen 14 Nummer 1 Hits ist er einer der Erfolgreichsten überhaupt. Das ist Country Musik wie man sie nicht besser definieren könnte: einfühlsame Balladen mit Texten über die Höhen und Tiefen des Lebens und fetzige, rockige Uptempo Songs zum Mittanzen. Da kamen sicher nicht nur mir Erinnerungen an die Geschichte der Country Music in den letzten 15 Jahren.

Unkompliziert und publikumsverbunden präsentierte sich Mark mit seiner professionellen Band. Die Bühne und das Licht waren ideal für Marks Show. Die Wiese am Hang füllte sich und vor der Bühne drängten sich die Fans. In ausgezeichnter Stimmung kamen die Hits und die neueren Songs und demonstrierten, dass Honky Tonk Beer Drinking Songs noch nicht out sind. "The Lord Loves The Dringkin' Man" geht mir perönlich aber etwas zu weit. Es gibt viele Tragödien mit Alkohol. Man müsste ihn nicht gleich verherrlichen. Trotzdem gefällt mir der Song "My Best Drinkin'".

Mark bot eine tolle Show und brachte beste Countrymusik zu uns. Ein gutes Gefühl in einmaliger Atmosphäre auf der Alp. ... wie wird sich das nächste Festival noch steigern können?

   
   
   

Die 12. Ausgabe des Festivals auf der Klewenalp bot wieder einmal ein breites Angebot an Unterhaltung. Das Wetter spielte (meist) mit. Am Freitagabend um Mitternacht herrschten jedenfalls immer noch T-Shirt-Temperaturen.

Der Country Music Star ist eine super Idee der Veranstalter. Sie bewiesen auch dieses Jahr wieder den Mut etwas auszuprobieren, so wie z.B. in den letzten Jahren mit der Jeff Musical Show oder der Swiss All Stars Band. Solche Pioniere braucht es um die Szene lebendig zu halten.

Auch in Sachen Line Dance hat man auf der Klewenalp schon früh demononstriert, wie das geht. Es ist eine Unterhaltung für die Einen, Test-Gelegenheit für die Anderen und Tanzgelgegenheit für die Nimmersatten. Es ist nicht einfach im unebenen Gelände eine Tanzbühne aufzustellen, aber die Organisatoren machen es immer wieder (Danke!).

Dieses Jahr kamen mit Moot Davis und Mark Chesnutt zwei Sänger, die beim Publikum sehr gut ankamen. In der Schweiz liebt man die ursprüngliche Country Musik, welche Herz und Rhythmus vereinigt. Man hat diesmal aber auch bewusst auf Schweizer Bands gesetzt und das Ganze gab einen idealen Mix. Freuen wir uns auf Klewenalp 2007!

Text und Bilder Arthur Furrer
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