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Gstaad ist immer eine Reise wert, besonders wenn gerade
noch die Country Night stattfindet. Es sind zwar einige
Kurven zu nehmen, bevor man im voralpigen Tal das Dorf
erblickt. Doch die Country Fans scheuen den Weg nicht
und machen aus dem Besuch oft gleich Miniferien. Es
empfiehlt sich aber früh eine Unterkunft zu suchen,
sonst risikiert man zum Übernachten in die umliegenden
Dörfer ausweichen zu müssen.
Die 19-jährige Tradition hat schon viele erstklassige
Country-Acts nach Gstaad gebracht. Im 2007 standen Ronda
Vincent, Julie Roberts, Randy Travis und The Riders
In The Sky auf dem Programm. Nachdem man im Vorjahr
etwas Richtung Pop abgedriftet war, waren diesmal wieder
traditionellere Töne angesagt. Die Musiker deckten
ein breites Spektrum von Old, zeitgenössischem
und traditionellen Country bis hin zum Bluegrass ab.
Da war zweifellos für jeden etwas dabei, einezelne
Vorlieben und Abneigungen eingeschlossen.
Wie immer darf sich in Gstaad auch das Rahmenprogramm
sehen lassen: Chilbi, Märt, Stände mit Westernartikel,
CD-Stände, mehere Bars, Festwirtschaft, etc. Die
Konzerte finden in einem grossen Zelt statt, das etwa
3000 Zuschauer fasst. Das After-Hours Programm findet
dann in der Tennishalle, gleich anschliessend ans Zelt,
statt. Über 800 Helfer schauen, dass sich alles
nach Wunsch abwickelt und niemand verhungert oder verdurstet.
Das Musikprogramm im Hauptzelt startete mit echter
Cowboy-Musik. Die Riders In The Sky sehen sich als Retter
der singenden Cowboys und spielen ihre um die 200 Konzerte
im Jahr ohne gross von Plattenfirmen und vom Radio gefördert
zu werden. Die vier Jungs boten lustige Cowboymusik,
die sicher so manchen Zuschauer and die grossen Westernfilme
erinnerte.
Julie Roberts brachte das Publikum dann wieder zurück
in die Gegenwart. Mit ihrer vollen, bluesingen Stimme
präsentierte sie viele Songs aus ihren beiden CDs.
Seit 2004 gilt Julie als Nachwuchstalent der modernen
Country Musik. Ihre Songs kamen sehr gut an beim Publikum,
obwohl wahrscheinlich viele Ihre Musik noch nicht kannten.
Der ganz grosse Hit fehlt Julie noch, doch ihre Begabung
ist unverkennbar und ihre Ausstrahlung lassen die Hoffnungen
auf einen Megahit offen.
Standing Ovations bekam dann auch Ronda Vincent. Ihre
Art Bluegrass zu spielen ist bei den Leuten mit Begeisterung
aufgenommen worden. Durchmischt mit erstklassigen Instrumentalstücken
und Traditionals wurde die Show zu einem eindrücklichen
und abwechslungsreichen Erlebnis. Unterhaltungsmässig
und von der Spielfreude her gesehen war Ronda's Show
die eigentliche Überraschung des Abends.
Mit Randy Travis kam dann eine absoluter Gentleman
der Country Musik auf die Bühne. Er begann mit
"Digging Up Bones" und verleitete das Publikum
schon beim ersten Song zum Mitsingen. Sein Lachen und
seine sanfte Art machten ihn schnell zum Publikumsliebling.
Seine Musik ist traditionell, manchmal Gospel, durchzogen
mit Country Twostep Tunes und immer wieder einfühlsame
Balladen. Eindrücklich sind die Passagen in seinen
Songs, in denen die tiefe Stimme zur Geltung kommt.
Es braucht wahrscheinlich spezielle Mikrophone, die
diese tiefen Töne überhaupt noch aufnehmen
können. Randy ist sicher einer der Musiker, der
die Country Musik von heute mitgestaltet hat und seinen
Touch gegeben hat. Er hat unzählige seiner Hits
gesungen und damit sicher beim Publikum viele Erinnerungen
wachgerufen.
Gstaad ist seit Jahren für seine erstklassige
Country Night bekannt. Mit dem diesjärigen Programm
ist aber den Veranstaltern ein besonderer Wurf gelungen.
Da gab es keine Durchhänger im Programm, die Musik
war Country, der Sound war gut und die Organisation
hat bestens geklappt. Nächstes Jahr ist die 20.
Country Night angesagt (12. - 14. Sept.) und man darf
gespannt sein, was zum Jubiläum auf's Programm
kommt.
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