Review - Country Night Gstaad 2007

 

Country Night Gstaad
21. - 23. Sept. 2007
Europe's Top Country Night

 
Ronda Vincent
Julie Roberts
Randy Travis

Gstaad ist immer eine Reise wert, besonders wenn gerade noch die Country Night stattfindet. Es sind zwar einige Kurven zu nehmen, bevor man im voralpigen Tal das Dorf erblickt. Doch die Country Fans scheuen den Weg nicht und machen aus dem Besuch oft gleich Miniferien. Es empfiehlt sich aber früh eine Unterkunft zu suchen, sonst risikiert man zum Übernachten in die umliegenden Dörfer ausweichen zu müssen.

Die 19-jährige Tradition hat schon viele erstklassige Country-Acts nach Gstaad gebracht. Im 2007 standen Ronda Vincent, Julie Roberts, Randy Travis und The Riders In The Sky auf dem Programm. Nachdem man im Vorjahr etwas Richtung Pop abgedriftet war, waren diesmal wieder traditionellere Töne angesagt. Die Musiker deckten ein breites Spektrum von Old, zeitgenössischem und traditionellen Country bis hin zum Bluegrass ab. Da war zweifellos für jeden etwas dabei, einezelne Vorlieben und Abneigungen eingeschlossen.

Wie immer darf sich in Gstaad auch das Rahmenprogramm sehen lassen: Chilbi, Märt, Stände mit Westernartikel, CD-Stände, mehere Bars, Festwirtschaft, etc. Die Konzerte finden in einem grossen Zelt statt, das etwa 3000 Zuschauer fasst. Das After-Hours Programm findet dann in der Tennishalle, gleich anschliessend ans Zelt, statt. Über 800 Helfer schauen, dass sich alles nach Wunsch abwickelt und niemand verhungert oder verdurstet.

Das Musikprogramm im Hauptzelt startete mit echter Cowboy-Musik. Die Riders In The Sky sehen sich als Retter der singenden Cowboys und spielen ihre um die 200 Konzerte im Jahr ohne gross von Plattenfirmen und vom Radio gefördert zu werden. Die vier Jungs boten lustige Cowboymusik, die sicher so manchen Zuschauer and die grossen Westernfilme erinnerte.

Julie Roberts brachte das Publikum dann wieder zurück in die Gegenwart. Mit ihrer vollen, bluesingen Stimme präsentierte sie viele Songs aus ihren beiden CDs. Seit 2004 gilt Julie als Nachwuchstalent der modernen Country Musik. Ihre Songs kamen sehr gut an beim Publikum, obwohl wahrscheinlich viele Ihre Musik noch nicht kannten. Der ganz grosse Hit fehlt Julie noch, doch ihre Begabung ist unverkennbar und ihre Ausstrahlung lassen die Hoffnungen auf einen Megahit offen.

Standing Ovations bekam dann auch Ronda Vincent. Ihre Art Bluegrass zu spielen ist bei den Leuten mit Begeisterung aufgenommen worden. Durchmischt mit erstklassigen Instrumentalstücken und Traditionals wurde die Show zu einem eindrücklichen und abwechslungsreichen Erlebnis. Unterhaltungsmässig und von der Spielfreude her gesehen war Ronda's Show die eigentliche Überraschung des Abends.

Mit Randy Travis kam dann eine absoluter Gentleman der Country Musik auf die Bühne. Er begann mit "Digging Up Bones" und verleitete das Publikum schon beim ersten Song zum Mitsingen. Sein Lachen und seine sanfte Art machten ihn schnell zum Publikumsliebling. Seine Musik ist traditionell, manchmal Gospel, durchzogen mit Country Twostep Tunes und immer wieder einfühlsame Balladen. Eindrücklich sind die Passagen in seinen Songs, in denen die tiefe Stimme zur Geltung kommt. Es braucht wahrscheinlich spezielle Mikrophone, die diese tiefen Töne überhaupt noch aufnehmen können. Randy ist sicher einer der Musiker, der die Country Musik von heute mitgestaltet hat und seinen Touch gegeben hat. Er hat unzählige seiner Hits gesungen und damit sicher beim Publikum viele Erinnerungen wachgerufen.

Gstaad ist seit Jahren für seine erstklassige Country Night bekannt. Mit dem diesjärigen Programm ist aber den Veranstaltern ein besonderer Wurf gelungen. Da gab es keine Durchhänger im Programm, die Musik war Country, der Sound war gut und die Organisation hat bestens geklappt. Nächstes Jahr ist die 20. Country Night angesagt (12. - 14. Sept.) und man darf gespannt sein, was zum Jubiläum auf's Programm kommt.

 
 
Arthur Furrer, September 2007
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