Review - Fan Fair 2004

 

Fan Fair 2004

Coliseum
Coliseum
Gretchen bei der Fotoline
Gretchen bei der Fotoline
Riverfront
Riverfront
Riverfront
Riverfront

Sports Zone
Sports Zone
Gretchen Wilson
Gretchen Wilson


Bigger than ever: Fan Fair 2004 (sorry, das CMA Music Festival) mit über 130'000 Besuchern

Trotz Namenswechsel war auch das CMA Music Festival fast ausschliesslich der Country Musik gewidment. Oncle Cracker (mit dem Hit Follow Me) und Bret Michaels der Gruppe Poision waren die einzigen Pop-Acts, die ich ausmachen konnte.

Begonnen hatte im 2004 die Fan Fair mit einer Global Country Party am Dienstag. Das "On Stage" wurde zur Plattform für international Country Musiker. Die CMA wollte Musiker präsentieren, die in ihrem eigenen Land schon erfolgreich sind, also nicht eigentliche Newcomer. So wurden zwei englische Bands aus diesem Grund abgewiesen. Die Show im pumpenvollen Musiklokal am Broadway, downtown Nashville, wurde von zwei Kanadischen Performern eröffnet. Sowohl Jason McCoy als auch Lisa Brokop sind keine Greenhorns in Nashville und setzten die Latte hoch für ihre Nachfolger. Weiter ging es mit den Replete Brothers aus Griechenland, Kylie Harris aus Neuseeland, Ruud Hermans aus Holland und Rodrigo Haddad aus Brasilien. Die Veranstaltung war ein grosser Erfolg und bot Einblick in Country Musik in anderen Ländern. Nicht alles kam so professionell und geschliffen daher, aber der Anlass war deshalb nicht minder attraktiv. Eine gute Idee des CMA. Vielleicht versucht nächstes Jahr auch ein Schweizer Künstler dabei zu sein. Ticket und Hotel muss er aber selber zahlen.


In den paar Tagen vor der Fan Fair finden jeweils viele Fan Club Parties verschiedener Künstler statt. Dieses Jahr war ich wieder an der Chely Wright Fan Club Party am Dienstag Abend im Wildhorse Saloon. Dort treten jeweils eine ganze Reihe Gastmusiker auf, dieses Jahr z.B. Blake Shelton, Jimmy Wayne, SheDaisy, Josh Turner und last but not least, Martina McBride. Die Party ist eine Wohltätikeitsveranstaltung für Musikinstrumente für Schüler. Eingebettet ist eine Versteigerung mit einem amerikanischen Schnellredner. Da war z.B. das Kleid von Thammy Wynette, welches sie zur einer CMA Awardverleihung trug, zu ersteigern. Geboten wurde dafür $2100 und zwar vom Ehemann von Martina McBride, John. Insgesamt wurden $135'000 für die Reading, Writing and Rhythm Foundation gesammelt.

Ausgelassen habe ich dieses Jahr die Late Night Jam von Marty Stuart im Ryman Auditorium am Mittwoch abend von 23:00 bis Donnerstag Morgen um 03:00. Ich wollte ja am Donnerstag morgen fit sein, wenn die eigentliche Fan Fair startet.

Eröffnet hat den offiziellen Teil des Festivals Jo Dee Messina mit dem Klassiker "Carry On My Wayward Son" an der Riverfront. Dort wurde in den 4 Tagen an 80 Konzerten während fast 30 Stunden allerlei Country Musik geboten. Es war ziemlich heiss dieses Jahr, täglich um die 32° bei einer hohen Luftfeuchtigkeit. Eine willkommene Abkühlung, aber leider auch einen Unterbruch bei den Darbietungen brachten ein paar Gewitter. Und wenn es in Nashville regenet, dann kommte einiges an Wasser vom Himmel. Es empfielt sich, sich rasch in Deckung zu bringen. Wenn die Veranstalter sagen in 10 Minuten ist das Gewitter hier, dann stimmt das auf die Minute. Wegen dem Gewitter konnten z.B. die Konzerte von Jeffrey Steele und Pam Tillis nicht stattfinden.

Auch dieses Jahr gab es für mich wieder ein paar Neuentdeckungen zur Fan Fair-Zeit. Wie ein Blitz eingeschlagen hat Gretchen Wilson mit ihrem Song „Redneck Woman“. Pünktlich zur Fan Fair eroberte sie damit Platz 1 in der Billboard Country Chart. Das Beste seit Johnny Cash wurde mit Josh Turner versprochen. Und tatsächlich, einen solch urchigen Country Song wie „Long Black Train“ hat es schon lange nicht mehr gegeben.

Für die Mega-Party an jedem der 4 Abende, pilgerten dann total 132'000 Fans ins Coliseum, auf der Downtown gegenüberliegenden Seite des Cumberland Rivers. Gut organisiert wurden die Leute an ihre Plätze gelotst und sassen brav auf ihren Stühlen. Bei jedem Supersong der Megastars erhob sich jedoch die Menge und tanzte und sang mit. Die Stimmung war toll und die Atmosphähre war sehr gut. Dieses Jahr durfte man sogar in den Gängen stehen bleiben und etwas Tanzen, was in den anderen Jahren nicht geduldet wurde. Wer Fotos machen wollte, musste jedoch bei der Fotoline anstehen und den günstigen Zeitpunkt abwarten. Nerven tut zwar dort das Personal, das einem kaum erlaubt stehenzubleiben, um ein einziges Foto zu machen.


Aufgefallen ist mir, dass auch die Künstler mittleren Alters wieder auf der Hauptbühne auftreten durften, so z.B. Clint Black, The Mavericks, John Michael Montgomery oder Tracy Lawrence. Die patriotischen Töne sind dieses Jahr wesentlich leiser geworden. Nur Daryl Worley hat noch voll auf Nationalismus gemacht und die Zuschauer zum Fähnchenschwingen veranlasst. Dass man die Jungs im Irak unterstützt ist ja OK (die meisten sind ja nicht freiwillig dort), man muss aber nicht unbedingt in aller Öffentlichkeit bekanntgeben, dass man für den Krieg ist.

Ungebrochen populär war auch im 2004 Keith Urban. Er scheint sich langsam aber sicher zum Superstar zu entwickeln. Wird aus ihm vielleicht ein neuer Garth Brooks? Der Musikindustrie würde das sicher helfen, denn die Anzahl verkaufter CD's geht seit Mitte 90'er Jahren langsam aber stetig zurück.

Im Reigen der gesetzteren Künstler traten im Coliseum Ronnie Milsap, Glen Campbell und Willie Nelson auf. Willie sang zwar nur den Song "Threadbare Gypsy Soul" zusammen mit Pat Green. Ich hatte etwas mehr erwartet. Campbell sang seine Hits "Galveston", "Southern Nights" und "Rhinestone Cowboy". Mit von der Partie war wieder Wynonna, diesmal aber ohne ihre Mutter. Gute Musik, aber nicht mehr viel Country dran.

Wer sich etwas abkühlen wollte, konnte das nach einem kurzen Fussmarsch ins Convention Centre (Exhibit Hall) erreichen. Dort haben viele Künstler ihre Stände auftgestellt und erwarten sie, um Autogramme zu verteilen. Jedoch: je bekannter der Küstler, desto länger die Schlange beim Anstehen. In der Exhibit Hall hat es auch einen grossen Stand von Tower Records, wo man sich günstig mit den neuesten CD's eindecken kann. Bei 2 x 32kg erlaubtem Gepäck, kann man da kräftig zugreifen.

Zugegeben, während der Fan Fair herrscht in Nashville ein riesen Rummel. Aber zu keiner anderen Jahreszeit sind so viele Artisten in Nashville und zu keiner anderen Zeit ist das Angebot an Konzerten sowohl am Festival wie auch rundherum so gross wie dann. Freunde von Singer/Songwriter Musik aber auch jene der Megakonzerte der Superstars kommen während dieser Zeit voll auf ihre Rechnung. Das Ganze ist mit Flug, Hotel und Eintritt nicht unbedingt billig, aber ein angefressener Fan muss das einmal gesehen haben. See you in Nashville in 2005!

Josh Turner
Josh Turner
Terri Clark
Terri Clark
Brooks & Dunn
Brooks & Dunn
Trace Adkins
Trace Adkins
Martina McBride
Martina McBride

Dierks Bentley
Brad Paisley
Brad Paisley
Pat Green and Willie Nelson
Pat Green and Willie Nelson
Clint Black
Clint Black
Lonestar
Lonestar
Joe Nichols
Joe Nichols
Charlie Daniels
Charlie Daniels
Keith Urban
Keith Urban
Glen Campbell
Glen Campbell
John Michael Montgomery
John Michael Montgomery
Buddy Jewell
Buddy Jewell
Wynonna
Wynonna

 

 
 
Text Arthur Furrer, 17. Juni 2004
Bilder CMA Theresa Montgomery, John Russell
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