Review - Joe Nichols III

Joe Nichols - III
CD-review Arthur Furrer, June 2006

CD erhältlich bei: CeDe.ch

1. Size Matters (Someday)
2. Freedom Feels Like Lonely
3. Tequila Makes Her Clothes Fall Off
4. Talk Me Out Of Tampa
5. That's What Love'll Get You
6. I'll Wait For You
7. Should I Come Home (Or Should I Go Crazy)
8. My Old Friend The Blues
9. As Country As She Gets
10. Honky Tonk Girl
11. Just A Little More

Produced by Brent Rowan, Buddy Cannon, Byron Gallimore
2005, Universal South
www.JoeNichols.com

III ist das dritte Album von Joe Nichols auf Universal South. Wie schon auf den Alben vorher wird man sofort von Joe's samtweicher Stimme eingehüllt. Balladen haben auf dieser CD die Überhand. So richtig rocken und Twosteppen will die CD nicht.

Mit "Man With A Memory" schaffte Joe eine kleine Neulings-Sensation. Joe kann seine Fürsorge und Emotionen am besten mit Musik ausdrücken. Seine Songs sind einfühlsam und ehrlich. Die Offenheit, die die Country Musik schlicht ausmacht.

Aus Arkansas kommend bekam er die Liebe für Country Musik von seinen Verwandten wie, Grossvater, Onkel und seinem Vater. Dieser starb leider kurz vor seinem ersten Auftritt in der Grand Ole Opry. Statt den Auftritt zu streichen, kam die ganze Familie einen Tag nach der Beerdigung gleich mit.

"Gold Party" bei Universal South für das Album III: v.l.n.r. Tony Brown (Sr. Partner), Mike Owens (Direktor A&R), Joe Nichols, Tim DuBois (Sr. Partner), Susan Levy (Vizepräsendentin Artist Development)), Van Fletcher (Vizepräsident Management)), Michael Powers (Vizepräsident Promotion) (Photo Craig Shelburne)

Sowohl der erste Song auf dem Album "Size Matters" (es kommt auf die Grösse an) als auch die erste Single Auskopplung "Tequila Makes Her Clothes Fall Off" sind wohl nicht wörtlich zu nehmen. Ein grosses Haus, ein grosses Auto, ein grosses Bankkonto will sie, aber zuerst einen Mann mit einem grossen Herzen.

"Freedom Feels Like Lonely" ist ein schöner Cha Cha mit einem grossen Stück Lebenswahrheit. Freiheit kann auch Einsamkeit bedeuten. Nachdem er sie verlassen hat kann er machen was er will, aber perfekt ist es auch nicht so ganz alleine.

Ein langsamer, braver Rocksong ist "That's What Love'll Get You". Schöne Country Musik bei der Joe's Stimme voll zur Geltung kommt.

Eben noch freiwillig ausgerissen ist in "Should I Come Home (Or Should I Go Crazy)" der Fall umgekehrt. Er möchte gerne zurück, ist aber nicht sicher, ob da nicht schon ein Nachfolger die Stelle übernommen hat. Der Songist einer der schnelleren auf dem Album, aber irgendwie fehlt ihm die Begeisterung.

Der schnellste Song ist "Honky Tonk Girl". Ein solider Rock'n'Roll von Joe mitgeschrieben.

Joe's Stärke liegt bei den Balladen, aber allzu viele davon bergen die Gefahr der Eintönigkeit. Eine schöne Ausnahme ist der Steve Earle's Song "My Old Friend the Blues".

Das Album erlaubt einen Einblick in Joe Nichols Leben jetzt. Joe sagt, dass er früher bemüht war die Leute zu beeindrucken. Diesmal hatte er einfach Spass im Studio zu sein, Videos aufzunehmen und Fotos zu machen. Zum ersten Mal konnte er zu sich sagen, dass er diesen Job wirklich gern macht.

III ist zweifellos durch und durch Country. Es enthält durchaus eine rhythmische Vielfalt, aber der absolute uptempo-Drive fehlt ein bisschen. Wer traditionelle Country Musik mag ist hier gut bedient, wer Uptempo New Country will wartet besser auf das nächste (hoffentlich) energiegeladenere Werk von Joe.

Hoffen wir Joe bleibt seiner Linie treu und macht weiterhin waschechte Country Musik. Er ist unter den Traditionalisten zu einer Leitfigur geworden. Wenn man an ihm etwas kritisieren will, ist es die Tatsache, dass es nichts zu kritisieren gibt. Er macht erliche, echte Country Musik mit einem einwandfreien "feel good" Sound.

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