Interview with Pete Anderson

Pete Anderson

Interview Arthur Furrer, Oktober 2003

AF
Wie bist Du Produzent von Dwight Yoakam geworden?

PA

Dwight und ich haben anfangs der 80er Jahren in Musikklubs in Los Angeles gespielt. Wir teilten uns die Arbeiten die nötig waren um Aufnahmen machen zu können. Dwight schrieb die Lieder, ich arrangierte sie, Dwight trat auf, ich spielte Gitarre und war Band Leader. Wenn es Zeit war ein Album aufzunehmen fiel mir die Rolle des Produzenten zu, da ich 9 Jahre älter bin als Dwight. Wir borgten Geld von einem Freund und machten eine EP mit 6 Songs unter anderem „Guitars and Cadillacs“. Daraus entstand dann die LP mit gleichem Namen, welche schliesslich Multi-Platin Status erreichte. Nach diesem Erfolg gab es keinen Grund mehr an unserer Aufgabenteilung etwas zu ändern, denn es hat offensichtlich funktioniert.

AF
Ihr macht schon sehr lange Musik zusammen. Habt Ihr immer noch neue Ideen?

PA
Es ist schwierig, es ist eine Herausforderung neue Ideen für die Arrangements zu haben. Wir bewegen uns in einem begrenzten Genre in dem Dwight Lieder schreibt. Im letzten Album „Population Me“ herrschte ein befreiender Geist weil wir nicht mit einem grossen Label arbeiten, sondern ein einmaliges Projekt mit Audium hatten. Wir wussten von vorn herein, dass wir nicht im Country Radio gespielt werden und wir konnten ein Album der Musik willen machen. Das war eine sehr befreiende Erfahrung nach all den Jahren. Wir hatten Freude daran und wir haben ein paar neue Dinge versucht.

AF
Welche anderen Künstler hast Du produziert?

PA
Ich habe mit vielen Künstler gearbeitet: Jim Lauderdale, Lucinda Williams, K. D. Lang, Roy Orbison, Jackson Brown, Sara Evens, Danni Leigh und in Norwegen Jan Dalen. Aber hauptsächlich mache ich Aufnahmen für mein Label „Little Dog Records. Letztes Jahr haben wir eine Kompilation mit dem Namen „A Country West of Nashville“mit 10 Künstlern aufgenommnen. Die Bedingung um auf dieses Album zu kommen war, dass man nicht aus Nashville sein durfte und keinen Plattenvertrag haben durfte. Es wäre einfach gewesen Künstler aus Nashville zu finden, aber die Idee war, dass es auch anderenorts talentierte Singer und Songwriter gibt. Das Album der Gruppe „The Blazers - 17 Jewels“ ist gerade herausgekommen und mein nächstes Projekt mache ich mit Moot Davis. Dann arbeite ich noch an einem eigenen instrumentalen Album „Dear Devil“ und einem mit dem Künstler namens „Cisco“. Mit Cisco habe ich „All Right, I’m Wrong“ für Dwight mit Buck Owens und Flaco Jimenez geschrieben. Du siehst, es läuft viel bei Little Dog Records.

 

AF
Denkst Du, dass Du einen zukünftigen Country Star unter Vertrag hast?

PA
Ja, sein Name ist Moot Davis. Er könnte der Überbringer der von dem sein, was noch an traditioneller Country Musik vorhanden ist. Seine Musik ist so gut geschrieben und so elegant abgerundet für Jemanden, der noch nicht einmal 30 Jahre alt ist.

AF
Country Musik hat in unserer Bevölkerung immer noch ein sentimentales Cowboy-Image. Wie könnten wir die Musik nennen, damit wir mehr Leute ansprechen können?

PA
Ich würde sie „American Music“ nennen, es ist Americana, es ist Roots Musik. Was Nashville in die Schweiz schickt ist nicht das was wir hier als Country Musik bezeichnen. Es ist ein bisschen schwierig zu definieren, aber die Europäer sind sehr differenziert in der Betrachtung der Musik und die Bezeichnung American Music gefällt wahrscheinlich besser.

AF
Ist es schwierig den Leuten zu erklären, dass Country Musik auch as Los Angeles kommen kann?

PA
Alle Buck Owens und Merle Haggard Alben sind hier entstanden. Bevor Capitol Records und Warner Brothers nach Nashville zogen, wurden in den 60er-Jahren alle Aufnahmen in Los Angeles gemacht. Auch alle Emmilou Harris-Aufnahmen kommen von hier. Los Angeles ist immer noch ein Teil des Westens. Hier gibt es viele Cowboys, Ranches und Western Reiter. Es ist ganz bestimmt ein zu Hause für Western-Musik.

AF
Gibt es unterschiedliche Einflüsse auf die Musik in Los Angeles und Nashville?

PA
In Nashville findet man wegen der Nähe zu den Bergen und der Traditionen mehr Bluegrass-Musik. Los Angeles hat sicher mehr Jazz-Country, mehr rockige Sachen wie z.B. Buck Owens und ist von den Harmonien her freier. Hier gibt es auch mehr Einfluss aus Mexiko, also Tex-Mex, Grenzmusik, z.B. Marty Robins Sound.

AF
Hitparaden Country-Musik ist sehr poppig geworden. Denkst Du das wird so bleiben?

PA
Es wird sicher bleiben, aber auf einem tieferen Niveau. Die Ausgaben der Labels für solche Produktionen lohnen sich im Endeffekt eben doch nicht. Country-Pop hat es seit den 60er-Jahren gegeben. Aber das traditionelle wird wieder mehr aufkommen, weil die Leute gerade auch wegen dem Internet wieder frei sind das zu hören, was sie wollen und nicht von den Vertriebsorganisationen der grossen Firmen abhängig sind.

From Pete's Website:

1993 gründete Anderson sein eigenes Label "Little Dog Records", welches ihm die kreative Freiheit gab, Künstler zu fördern, an die er glaubte. In mehr als 10 Jahren im Business, hat Little Dog Aufnahmen von diversen Künstlern im Bereich Country, Honky Tonk, Folk, Blues, Rock und Latin herausgebracht. Anderson hat auch seine vielgelobten Solo Projekte, "Working Class" und "Dogs In Heaven" mit Little Dog realisiert. Seine neuesten Erscheinungen von Moot Davis, The Blazers und Cisco haben viel Aufmerksamkeit in den USA erhalten.

In 1993, Anderson decided to establish his own label, Little Dog Records, which gave him the creative freedom to sign and develop artists that he believed in. With more than a decade in business, Little Dog has released records from a cross section of artists that represent a wide range of American roots music ranging from country, honky tonk, and folk to blues, rock and Latin. Anderson also released his highly-praised solo projects, “Working Class” and “Dogs In Heaven,” through his Little Dog label. His recent releases by Moot Davis, The Blazers, and Cisco have garnered national attention and critical reviews

AF
Ist Little Dog Records eine Alternative zum Nashville Sound?

PA
Ich produziere jene Musik, die mir gefällt. Ich vertraue meinem Geschmack welcher der Grundstein für die Karrieren von Dwight Yoakam, Jim Lauderdale und Lucinda Williams waren.

AF
Für wen machst Du Musik?

PA
Mein Publikum sind intellektuelle Leute, die gerne gute Musik hören. Es ist schwierig für mich, mich auf die Massen zu konzentrieren. Ich arbeite mit gebildeten Leuten in der Presse und im Radio. Leute, die Plattensammlungen haben und ausgewählt Musik hören. Es liegt in der Verantwortung jedes Programmdirektors und jedes Journalisten, den Leuten den Zugang zu guter Musik zu ermöglichen.

AF
Ist Europa ein interessanter Markt?

PA
Europe ist ein grossartiger Markt für Amerikanische Künstler. Die Europäer verstehen zum Teil besser was wir hier machen als die Amerikaner. Die Europäer sind offener für Neues und haben nicht ihre vorgefertigten Meinungen.

Back to Interviews