Interview mit Cowboy Crush

Cowboy Crush

Interview Arthur Furrer, Nashville 9. Juni 2006

   

Eine frische Brise Country Musik aus Nashville kommt von der all-girl Band Cowboy Crush. Und das Beste ist: diese lebendige Bande tritt am 1. Juli 2006 am Trucker- und Country-Festival auf. Cowboy Crush das sind: Trenna Barnes (lead singer), Renaé Truex (fiddle), Becky Priest (keyboards), Debbie Johnson (bass) und Darla Perlozzi (drums).

3 Wochen vor ihrem Auftritt in der Schweiz durfte ich in Nashville ein Interview mit den 5 aufgestellten Girls machen. Die vorgegebene Zeit war schnell um, denn wie auf der Bühne so auch im Interview strahlten die Mädchen eine überwältigende Energie und Freude für ihre Musik aus.

AF: Was bedeutet der Name Cowboy Crush?
CC: Crush ist in unserem Dialekt eine Vorliebe für etwas. Wenn z.B. ein Junge in der Schule ein Mädchen besonders mag, sagt man „he has a crush on her“, er ist in sie verknallt. Wir haben eine Vorliebe für Cowboys.

AF: Wie bildet man eine all-girl Band?
CC: Trenna und ich (Debbie) sind zusammen zur Schule gegangen. Renaé, Becky und ich arbeiteten in einem Projekt und Darla und Becky in einem anderen. Wir waren also vernetzt und als die Zeit reif war für diese Band, spührten wir schon bei der ersten Probe in Becky’s Garage, dass die Chemie stimmt.

AF: Was Ihr in 2 Jahren erreicht habt, ist ein Traum für tausende von Musikern die jedes Jahr nach Nashville kommen. Seid Ihr stolz darauf?
CC: Das Beste mit dieser Band sind die Leute die wir treffen und die Reisen, die wir machen können. Die positive Ausstrahlung unserer Musik ist uns sehr wichtig. Es macht Spass das Publikum lachen zu sehen und mitzuerleben, wie sie das Konzert geniessen. Musik ist global, man muss nicht jedes Wort verstehen.

AF: Etwas muss ich Euch sagen: ihr seid ein Alptraum für Fotografen!
CC: Well, thank you! Wir bewegen uns ständig, aber nichts ist eingeübt. Es gab auch schon Pannen dabei und anschliessend haben uns die Leute gefragt, ob wir das absichtlich gemacht haben.

AF: Ist Eure Musik Medizin?
CC: Sprichst Du den Song „Nobody ever died of a broken heart“ an? Ja, wir wollen, dass die Leute ihre Sorgen für eine Weile vergessen, das Leben aus einem anderen Blickwinkel sehen. Dann fühlen sie sich bestimmt besser und finden vielleicht sogar eine Lösung für ihre Probleme (crush the problem).

AF: Wie unterscheidet sich Cowboy Crush von den Dixie Chicks oder SheDaisy?
CC: Das ist eine einfache Frage. Wir sind eine Band. Die ganze Band sitzt hier. Bei den Dixie Chicks stehen im Hintergrund noch eine ganze Reihe Musiker. Und die Dixie Chicks waren eigentlich ursprünglich eine Bluegrass Band.
Wir sind die erste all-girl Country Rock’n’Roll Band, die es gibt. Diese Einmaligkeit hat uns sehr wahrscheinlich auch unseren Platten-Deal gebracht. Wir sind anders als die Anderen und wer sehen will was anders ist, muss einfach zu einer unserer Shows kommen.

 

AF: Wie habt Ihr Euren Plattenvertrag bekommen?
CC: Becky hat ihre Garage gestaubsaugt. Wir sind eine Garagenband. Dort haben wir 3 Jahre lang jeweils geübt. Es war kalt im Winter und heiss im Sommer, aber es gab Kaffee und Muffins …. Eines Tages kam Don Johnson von Asylum um uns anzuhören und er hat und praktisch auf der Stelle einen Vertrag angeboten. Sie wollten uns und wir wollten sie und wie gesagt, wir boten etwas Neues, das es bisher noch nicht gab.

AF: Ihr habt auch am Lower Broadway gespielt?
CC: Ja, viele, viele Stunden und wir spielen immer noch dort von Zeit zu Zeit. Wir kennen dort viele coole Freunde. Wir jammen dort manchmal stundenlang.

 



AF: D.h. Lower Broadway ist als nicht nur für Touristen?
CC: Nein, nein. Viele Musiker gehen dorthin, wenn sie nicht gerade auf Tour sind. Kürzlich habe ich Doug Jernigan dort getroffen (bekannter Steel Guitar Spieler). Wir spielten acht Stunden lang zusammen, fast die ganze Nacht durch.

AF: Wie sieht Eure Zukunft aus?
CC: Wir haben gerade begonnen mit einem neuen Produzenten zu arbeiten. Wir suchen Songs, schreiben eigene Songs und stellen mit Mark Bright (Sara Evans, Rascal Flatts, BlackHawk, …) ein Album zusammen. Er ist einer der begehrtesten Produzent in Nashville zur Zeit.

AF: Ihr geht auch auf Tournee!
CC: Ja, wir freuen uns auf die Reise nach Europa mit Paris, Interlaken, Griechenland, Norwegen und dann bei unseren Truppen in Italien. Es ist schön, wieder einmal in die Schweiz kommen zu können. Ich hoffe, dass das nicht unsere einzige Reise nach Europa bleibt. Wir wollen immer wieder kommen. Einzelne von uns waren schon mehrmals in der Schweiz, z.B. mit Trisha Yearwood in Gstaad. Wir freuen uns sehr auf die Reise.

AF: Wir freuen uns auch auf Euch und sind gespannt auf die high energy Cowboy Crush Musik. Besten Dank für das Interview.
CC: Wir danken auch Dir.

 
 

 

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