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Interview with The Bellamy Brothers
IS: David & Howard, was bedeuted Euch der europäische Musikmarkt? BB: Wir touren schon ebenso lange durch Europa, wie durch die USA. Für unseren Erfolg ist der europäische Markt ebenso wichtig wie derjenige in Amerika. Mit dem Lied Let Your Love Flow schafften wir den endgültigen Durchbruch in Holland. Dieser Titel wurde dort zuerst am Radio gespielt, bevor man es sonst irgendwo auf der Welt hörte. Seither touren wir regelmässig jedes Jahr durch Europa. Es ist bei uns nicht so, wie es verschiedene amerikanische Artisten tun, die nur für ein bestimmtes Konzert nach Europa reisen und dann wieder in die USA zurückkehren. Wir bereisen jeweils ganz Europa und haben unsere verschiedenen Auftritte, das tun wir nun schon seit 25 Jahren! Unsere regelmässigen Auftritte in Europa machen uns sehr grossen Spass, wir lieben das europäische Publikum und ihre Lebensweise über alles. Hier in Amerika spielen wir immer wieder in den selben Städten und an den gleichen Anlässen, deshalb ist es immer wieder ein Erlebnis nach Europa zu fahren, das hält uns auch auf Trab! Wir haben dann viel mehr kreative Arbeit zu tun und das schätzen wir ausserordentlich. Wir lieben auch ganz speziell die Schweiz. Nein, nein, wir sagen das jetzt nicht nur weil du von da kommst, nein, wir lieben die Schweiz ganz besonders wegen der hervorragend guten Schockolade. Wir sind echte Schokoladen-Freaks und der Sprüngli-Laden in Zürich ist unser absoluter Favorit, dort gehen wir immer hin wenn wir in der Schweiz sind. IS: Müsst Ihr mit Bodyguards hingehen? Ich meine, weil Ihr doch in Europa so bekannt seid! BB: Nein, überhaupt nicht. Wir kleiden uns ganz normal wie alle anderen auch. Wir fallen nicht auf und flanieren durch die Stadt wie du und ich, kein Mensch erkennt uns. IS: Müsst Ihr Euch denn nicht speziell verkleiden, z.B. mit Perücke oder ähnlichen Sachen? BB: Nun, wenn uns einmal jemand erkennt, so sind die Leute, vor allem in der Schweiz, äusserst nett und anständig. Wir freuen uns natürlich wenn jemand "Hallo" zu uns sagt, wir geniessen das wirklich. In der Regel aber können wir uns total frei bewegen wenn wir zum Einkaufen gehen. Wenn wir uns Bauernhöfe ansehen oder in die Berge fahren, ist das absolut auch kein Problem. Grindelwald zum Beispiel ist ein Ort, den wir regelmässig besuchen. Ein verrücktes Erlebnis, das wir unlängst dort oben hatten, wird uns wohl immer in Erinnerung bleiben! Wir spielten am Silvesterabend unsere Show zum Milleniumwechsel. Am Neujahrstag wollten wir dann etwas ganz Spezielles unternehmen und fuhren zur Jungfrau hoch, ganz bis zum Gipfel um dann mit dem Schlitten (es war ein normaler Holzschlitten ohne Steuerung und Bremse) diese lange, verrückte Abfahrt auf Schnee und Eis zu bestreiten. Aber ..ohweia!!, wir Florida Boys hatten natürlich keine Ahnung, wie man sich in Schnee und Eis bewegt, so hatten wir zwei Stunden lang Höllenängste durchzustehen, bis wir wieder unten waren. Nie wieder in unserem Leben werden wir uns auf so ein Ding setzen. Zum Trost sei noch gesagt: auch die anderen Leute hatten da oben Blut geschwitzt, unsere vielen Fotos beweisen das! IS: Habt Ihr immer noch Eure Farm in Florida? BB: Ja, wir haben immer noch eine Rinderfarm in Florida und jetzt haben wir auch noch eine in Westtexas. IS: Wieviel arbeitet Ihr selbst auf der Farm mit? Oder lässt Ihr diese von Angestellten einfach nur bewirtschaften? BB: Nun, wir lassen da schon arbeiten, weil wir selbst sehr oft auf Tournee sind. Wir haben da sehr gute Farmarbeiter, die alles gut und selbständig erledigen. Zwischendurch, in der Hochsaison, helfen wir natürlich gerne mit, vor allem, wenn es darum geht, die Tiere zu brandmarken. IS: Ihr habt erzählt, dass Ihr die Schweiz sehr liebt. Was fasziniert Euch denn am meisten in der Schweiz? BB: Vor allem finden wir, dass es ein wunderbares Land ist. Für die Augen ist es eine fantastische Kulisse, die Berge, die Landschaften, die schönen Häuser mit ihren Gärten und hübschen Hinterhöfen. Die Leute sind nett und für unseren Begriff sehr natürlich. Sie leben ähnlich wie wir zu Hause, diesen Lebensstil erinnert uns auch immer wieder an zu Hause. IS: Ihr habt doch ein Album mit Ralph Siegel in Deutschland produziert, das speziell für den deutschen Martkt bestimmt war. Was wurde aus diesem Projekt, wie ist es angekommen? BB: Nun, es ist in Deutschland recht gut angekommen. Wir denken aber, dass der Schweizer Markt unsere amerikanischen Projekte viel lieber mag. In Deutschland werden auch amerikanische Projekte eingekauft, aber sie produzieren dazu ihre eigenen Projekte und bringen das gemeinsam auf ihren Markt, was bei ihnen wirklich sehr gut funktioniert. Wir haben auch bei einigen solchen Projekten mitgemacht. Man kann es nicht vergleichen mit unseren Projekten in Amerika, es ist etwas komplett Separates. IS: Ich habe auch gelesen, dass Ihr Curb Records eingeklagt habt. Könnt Ihr mir etwas mehr darüber erzählen? BB: Wir sind etwas frustriert und wollen nicht allzuviel darüber sprechen. Wir sind sehr enttäuscht zu hören und zu sehen, wie es im gerichtlichen Geschäft zu und her geht. Wir mussten uns in den letzten 25 Jahren niemals mit einem gerichtlichen Verfahren oder Prozess beschäftigen, aber wenn man 25 Jahre lang nicht gerecht bezahlt wird, denkt man schon daran, dass man etwas unternehmen sollte. Als uns eine Gelegenheit dazu geboten wurde, packten wir zu - und es sieht für uns ziemlich gut aus. IS: Wurdet Ihr als Songschreiber oder als Artisten nicht bezahlt?
IS: So etwas ist eigentlich schon unverschämt! Ist das der Grund, weshalb Ihr ein eigenes Plattenlabel gegründet habt? BB: Ja, das war schon auch ein Grund, weshalb wir vor zehn Jahren unsere eigene Firma gegründet haben. Es ist wirklich befremdend, wenn man sich vorstellt, dass in Europa anstandslos und ohne Schwierigkeiten korrekt bezahlt wird. Unser Vertrag mit BMG in Deutschland funktioniert einwandfrei. Hier in Amerika gibt es in dieser Sache Schwierigkeiten, das ist für uns unbegreiflich. Wir denken auch, es liegt an den verschiedenen Gesetzgebungen, die hier und dort herrschen. In Deutschland müssen sie die Gebühren bezahlen, es ist legal. IS: Andererseits vermittelt uns das Gesetz eine strikte und gerechte Regulierung der Songschreiber Tantiemen, die ausbezahlt werden müssen, deshalb befremdet es mich nun zu hören, dass dem nicht so sein soll .BB: Lachen etwas und meinen: die kümmern sich mehr darum, dass die Plattenfirma bezahlt wird und nicht darum, dass der Artist oder Liederschreiber auch seinen Anteil erhält. IS: Was können wir nun musikalisch von den Bellamy Brothers erwarten? BB: Nun, da wir jetzt 25 Jahre Bellamy Brothers feiern können, werden wir ein Jubiläums-Album machen, das unsere 25jährige Karriere aufzeigen soll. Es wird etwa 30 bis 40 unserer bisherigen Lieder enthalten. Einige davon sind auch neue Songs. IS: Geht Ihr nun mit dieser Idee auch auf Tournee, stellt Ihr alle Eure alten Lieder wieder live vor?
IS: Nach 25 Jahren, als Brüder immer zusammen auf Tournee, wie funktioniert das? Schwindet da nicht hin und wieder das Zusammengehörigkeitsgefühl, geht man sich auch mal auf die Nerven oder kittet das noch intensiver? BB: Howard meint lachend: es funktioniert ausgezeichnet, wenn David das tut, was ich will! Beide lachen herzhaft über diesen Spruch! Nun, Spass beiseite, es funktioniert tatsächlich hervorragend. Unsere Familien sind sehr eng miteinander verknüpft. Wir wohnen alle auf derselben Ranch, auch unsere Mutter. Natürlich haben wir alle unsere separaten Häuser auf dieser Ranch - also nicht so wie etwa J.R. in Dallas!! Wir erleben und betreiben immer alle unsere Aktivitäten in der Familie, so quasi als Family Business - als Familienunternehmen! IS: Sollte es einmal Meinungsverschiedenheiten geben, was ja in jeder Beziehung vorkommen kann, wie könnt Ihr das einigermassen vernünftig lösen? BB: Das ist eine Organisationssache. Wir haben eigentlich keine Probleme damit. Wir versuchen aufrichtig und ehrlich miteinander zu sein - das ist der Schlüssel zum Erfolg. IS: David, Du hattest vor ein paar Jahren eine sehr eindrucksvolle Hochzeit gefeiert. Würdest Du dieses Fest heute noch so feiern oder würdest Du etwas ändern? BB: David: ja, ich glaube ich würde heute nochmals auf die gleiche Art feiern. Diese Hochzeit war schon sehr speziell, sie war eine Kombination von vielen verschiedenen Aktivitäten. Die Familie meiner Frau lebt in Dallas, Texas und meine Familie in Zentral-Florida. Es war ausserordentlich schwierig, diese beiden Familien zusammen zu bringen, sie kannten sich überhaupt nicht. Da wir ein Haus an der Beach in Florida besitzen, das ungefähr in der Hälfte des Weges von ihrem Elternhaus zu meinem Elternhaus liegt, haben wir beschlossen, uns dort zu treffen, um unsere Hochzeit zu feiern. Da meine Frau, die Geschichte studiert hat, an der Südstaatengeschichte sehr interessiert ist, wollte sie natürlich eine Hochzeit im Stile einer Scarlett O'Hara feiern, sehr romantisch und mit allem Südstaatenpomp auf einer Plantage. Diese Plantage haben wir dann auch in der Nähe unseres Strandhauses gefunden und wir haben uns alle da getroffen und haben im wahrsten Sinne des Wortes eine klassische Südstaatenhochzeit gefeiert! Es war einfach Super! IS: David und Howard, vielen herzlichen Dank für das Interview und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in Europa.
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